Willkommen bei den Mountainscouts

Iglutouren Gemmi 2017

Aaah, d Ostere sind da. Und für die Hartgesottensten Mountainscouts bedeutet das, Schneesäge,Schlafsack und Mätteli packen, um anschliessend ein lauschiges Biwakplätzchen zu suchen. Wie üblich sind über Ostern Blizzards der Stärke 8 prognostiziert aber was solls. Wir haben keine Alternative, sonst gehörten wir bereits zum alten Eisen was zumindest für mich dieses Jahr noch kein Thema war. 

Iglus bauen? Keine Sache! Der Kreis, den unsere Igluexperten in den Schnee zeichneten scheint uns doch sehr klein zu sein. Wir machen das Iglu doch etwas grösser, oder? Und leiden dann bim Bau entsprechend, da wir sicher doppelt soviele Schneeblöcke schneiden müssen. Für unsere Scheissidee werden wir wenigstens mit einem geräumigen Palast belohnt. 

Sonst gabs alle Tage wieder einen lässigen Gipfel mit Sicht ins Wolkenmeer, geschmeidige Pulverabfahrten (wie bereits erwähnt, wurden wir mit Neuschnee verwöhnt) und kurze nächte im nassen Schlafsack. 

Nächstes Jahr wieder, es war absolut der Hammer. Wer mir jetzt nicht glaubt, darf gerne das Fotoalbum bestaunen (falls es irgendwann noch erstellt wird).

5.7.2017

Mountainscouts Tourenlager Safiental

Der Winter liess dieses Jahr lange auf sich warten. Noch 4 Wochen vor dem Start des diesjährigen Tourenlagers war man noch mit Wanderschuhen in den Bergen unterwegs. Doch mit dem ersten Schnee in den Bergen war auch die Vorfreude von 26 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, 8 Leiterinnen und Leiter und einem Bergführer geweckt.

Das Abenteuer startete an einem grauen Samstagmorgen. Die Nebelschwaden hingen über dem HB Zürich als wir Unterländer uns dort versammelten. Eine bunt gemischte Gruppe Pfadis, sowie auch Nicht-Pfadis – jedoch alle bergsportbegeistert – finden sich auf Anhieb am Kopf des Perrons. Hände werden geschüttelt und neue Namen gelernt – sodass es gar nicht auffiel, dass sich noch jemand in unsere Runde „eingeschlichen“ hatte, welcher gar nichts mit uns zu tun hatte (wie sich beim Durchzählen herausstellte).

Aber nun ist genug von der Mittelland-Hochnebel-Tristesse. In nur 3 Stunden erreichten wir den gefühlt hinterletzten Ecken der Schweiz: das Safiental. Der Bus schlängelte sich durch das ca. 40 km lange Tal. Das wäre noch ganz normal – wenn da nicht der Busfahrer plötzlich anmerkte, dass irgendetwas mit dem Bus nicht mehr stimme. Neuer Most brachte ihn dann doch noch zu unserem Ziel – wenn auch im Schneckentempo und unter komischer Geräuschkulissen.

Die grösste Gefahr der Woche lernten wir schon am ersten Tag kennen: Nein, nicht das Aufstehen – sondern die Lawinen. Durch einen Postenlauf erlernten wir, wie im Ernstfall Verschüttete effizient geborgen werden können. An einem Hang dessen Steilheit einem Kinderparadies glich (für alle Nicht-Skifahrer: also sehr flach), legten wir unzählige Spitzkehren in den Hang, damit wir für die kommenden Touren gerüstet waren.

Am Abend lockte uns der Duft von gerösteten Zwiebeln (die ersten – jedoch bei weitem nicht die letzten diese Woche) wieder in unser kuschliges Heim. In der Küche stand die Küchenmannschaft vom ersten Tag an den Herdplatten und war dabei, uns ein 4-Gang-Menu auf den Tisch zu zaubern. Für das Küchenteam zwar ein grosser Stress – jedoch konnte man sich danach die restlichen 6 Tage bekochen lassen: Jeder Tag war ein anderes 4-Kopf-Kochteam zuständig, die hungrigen Mägen zu füllen.

Vor und nach dem Essen (und sogar zwischen den Gängen) wurde in 2 Aufenthaltsräumen das ganze Arsenal an typischen Tischspielen gespielt: Tichu (anscheinend ein chinesisches Kartenspiel), Dog (könnte man schon fast als nostalgisch bezeichnen), Bang (damit auch genug zweideutige Witze gemacht werden konnten) und natürlich durfte auch der ewige Klassiker – ein Jass – nicht fehlen.

Am Anfang sassen wir alle noch in dicken Daunen-Jacken in den verschiedenen Räumen des Heimes. Während in den Schlafräumen bis Ende Woche noch Eiszeit herrschte, verwandelten sich die Aufenthaltsräume schon nach 2 grossen Tichus in eine finnische Sauna.

Rolf – unser Bergführer - instruierte uns vor dem Ins-Bett-Gehen über unsere erste Skitour. Nach einer gehörigen Portion Schlaf, einem stärkenden Frühstück und einer kurzen Postautofahrt nahmen wir unsere erste Tour in Angriff. 800 Höhenmeter warteten an diesem Tag auf uns. In vier Gruppen zickzack-ten wir unseren Weg auf einen Gupf des Camanergrat.

Ein paar wenige Wolken bedeckten teilweise noch die Sonne, jedoch waren es die letzten, welche wir diese Woche gesehen haben: schon nach wenigen Spitzkehren war der Himmel wolkenlos – und so blieb er auch während der ganzen Woche.

Nach 3 Stunden sportlichem Aufstieg begrüssten uns ein atemberaubendes Bergpanorama und ein giftiger Wind auf dem Gipfel. Dick eingemummelt gönnten wir uns ein paar selbstgebackene Kalorien. (Denn als Nebeninfo für Pisten-Ski-und-Snowboard-Fahrer: Das Runterfahren ist fast so anstrengend wie das Hochlaufen). Bevor uns Nasen und Ohren abfroren stürzen wir uns in die ersten Pulverschneehänge. Trotz dem eher spärlichen Schnee waren die Verhältnisse 1A!

Hier ein kleiner Überblick verschiedener Fahrstile:

·         Die Könner: Kurzschwingen wie aus dem Bilderbuch – auch bei noch so schwerem Schnee.

·         Die Mäusefänger: Weniger kurzschwingen – dafür ab und zu den Boden aus nächster Nähe betrachten.

·         Der Freerider: Spart mit Kurven, um auf kleinen Hügeln dann einen 1080-Double-Corc-Backflip-Tail-Grab-Disco-Air hinzulegen.

Nach der Tour diskutierte man bei einer warmen Schoggi engagiert über die Erfolge und Tücken der Abfahrt (Sprünge, Hänge, jedoch auch Anzahl gefangener Mäuse und über schneegefüllte Thermounterwäsche).

Die Tour hinterliess bei uns allen ein Lachen auf dem braunen (oder teilweise auch eher roten) Gesicht. Und so freuten wir uns schon auf unser nächstes Tourenziel: Das Strätscherhorn auf 2556m. Der Aufstieg verlief diesen Tag zwischen Altlawinen und spektakulären Hängen, bei welche einem wieder einmal bewusst wurde, wie übermächtig die Natur wirkt. Beeindruckend (und auch etwas beängstigend) waren die Wumm-Geräusche (ja – das ist wirklich der Fachausdruck dafür): Diese entstehen, wenn eine schwache Schneeschicht kollabiert. In steilen Hängen ist dies ein Hauptgrund für Schneebretter, jedoch im flachen Gelände glücklicherweise ungefährlich.

Den Höhepunkt dieser Woche nahmen wir zu Beginn noch im Mondschein in Angriff: Schon um 7 Uhr stapften (oder schlurften – je nach Wintersportgerät) wir los in Richtung Tällihorn (2851m.ü.M.). Trotz dem wolkenlosen Panorama genossen wir den Gipfel nicht allzu lang. Denn auch auf diesem Gipfel pfiff ein eisiger Wind über die Krete.

Dies steht ganz im Gegensatz zum nächsten erklommenen Gipfel. Denn dort überraschten uns einerseits das windstille Wetter, sowie auch Nox und Fox, mit einem exotischen Mittagsmenu: Das Gipfel-Ei-Tütschen gehört bei den Mountainscouts schon lange zur Tradition. Und genau dieses, wurde an jenem Tag von Nox und Fox auf ein neues Level gehoben. Von einem Skihelm geschützt, was definitiv nicht nötig gewesen wäre, trugen sie ein Straussenei auf den Gipfel.

Mit blindem Vertrauen folgten wir unserem Leiterteam auf zwei weiteren unvergesslichen Aufstiegen und Abfahrten – ohne Verletzungen, dafür mit je länger je mehr Schweissperlen auf der Stirn.

Die Pulverschnee-Sonnen-Tichu-Gipfelei-Singsong-Woche endete in einer Fondue-Orgie. Als ob 6 Caquelons nicht genug wären, drückten wir uns alle in einen Aufenthaltsraum, sodass auch Minustemperaturen und geöffnete Fenster der finnischen Sauna-Atmosphäre nichts entgegenzuhalten hatten.

Mit Sonne, Dörraprikosen, Zwiebeln und vielen geselligen Stunden aufgetankt, tauchen wir nun zurück in die Nebelsuppe und freuen uns schon, nächstes Jahr die einen oder anderen bekannten (und hoffentlich auch vielen neue) Gesichter zu sehen.

17.3.2017

Lagerbericht Skitourenlager La Punt 2017 (Alte Hasen)

Schneehasen-Tourenlager La Punt 2017

Pulverschnee, blauer Himmel, viel Sonnenschein, Steinböcke und Bartgeier – Grund genug für eine Tourenwoche im Engadin. 38 motivierte «Skitüreler / Mountainscoutler» trafen sich am Samstagmorgen am HB, um La Punt unsicher zu machen. Währen dieser Woche erlebten wir nicht nur sportliche und kulinarische, sondern auch literarische Höhenflüge. Während die eine nur noch von La Spunt(1) sprach, fand der muatataler Wetterschmöcker im engadiner Mueterschmöcker(2) eine ernstzunehmende Konkurrenz.

Das Interesse für die Natur endete nicht beim begeisterten und meist erfolglosen Vogelspähen, nein, sogar das endoplasmatische Ridiculum [sic!] wurde mit mindestens gleicher Aufmerksamkeit wie das Schneeprofil untersucht. War es beim wolkigen Aufstieg auf den Muntischè mit anschliessender rassigen Waldabfahrt (Merke: die Bäume haben genau so viel Angst vor dir wie du vor ihnen), bei den schmerzhaften Aufschreien unserer Skier und Bretter beim ständigen Steinpeeling oder dem ständigen Geschnatter der Gruppe Krone, die Kafikäuze und Steinböcke merkten, dass die Mountainscouts auf Tour waren.

Am zweiten Tag versuchten wir uns am Piz Griatschouls, der uns mit arktischen Verhältnissen empfing und noch vor dem Gipfel wieder herunterfegte. Schweren Herzens mussten wir uns deshalb in die verschiedenen Beizen zurückziehen. Je nach Intensität der Stürze mussten die Blessuren mit Arven- oder – in schweren Fällen - Hopfenteelis kuriert werden.

Die Tour zur Crasta Mora startete bei verdientem Sonnenschein. Endlich konnten wir unsere trainierten Schenkel in der STRANSA(3) -Funktionsunterwäsche durch die Lüftungsschlitze neckisch zur Schau stellen. Leider währten die guten Bedingungen nur bis zur Peira Mora, dem schwarzen Stein, den wir als Ersatzgipfel alle erklommen. Das Gipfelfoto mit Selbstauslöser weckte in Mirco ungeahnte Speedclimbing-Talente.

Tags darauf, Schätzeli, liessen wir’s la bambele und bestiegen den Munt Müslüm(4). Dank den Süpervitamin haben wir es endlich wieder auf einen Gipfel geschafft. Leider half dieses Tonikum nicht gegen die Sörgeli, welche uns die, bestimmt von Mörgeli und Erich Hess auf der Abfahrtsroute platzierten, Steine bereiteten.

Die letzte Tour auf den Piz Arpiglia erfolgte bei strahlendem Sonnenschein. Der lange Weg in der relativen Hitze(5) erforderten einige spezielle Massnahmen: Rahel «supercharged-te» nicht ganz freiwillig ihren Rucksack mit extra Benzin, die Schneehühner stellten die Jury für unseren kulturell hochstehenden Gesang und auf dem Gipfeli krümmten auch wir uns bei einer Yoga-Session in alle Himmelsrichtungen. Sicherlich wunderten sich die Bartgeier über die improvisierten Fonduestübeli, die wir notgedrungen eröffnen mussten, um uns von den überwältigenden Pulverschneeabfahrten zu erholen…

Am Abschlussabend folgte ein letzter Theorieblock: Damit wir das Lagerhaus blitzblank abgeben konnten, verbesserten wir unsere Wischtechnik beim Curling. Das «Wüsche, Wüsche, Wüsche!» hörte man im ganzen Dorf. Dermassen motiviert waren wir für den Putztag.
Mit vollem Rucksack(6) nahmen wir die letzte Abfahrt in Angriff. Diesmal nicht auf zwei Brettern, sondern auf den Schienen der RhB, ging’s aus dem nebligen Engadin wieder ins genauso graue Unterland. Schöne Aussichten(7).

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(1) Nämlich mit mindestens drei Beizen versehen.
(2) Erklärung kann bei Teilnehmern des Zettelspiels angefordert werden.
(3) Die erotische TRANSA-Tochterfirma für das gewisse Etwas.
(4) Auf der Karte fälschlicherweise als «Müsella» bezeichnet.
(5) Öpe null Grad…
(6) Scharfe Bami-Goreng-Erinnerungen, Essensreste, reife Käsesocken etc.
(7) … auf ein nächstes Mal.

 

19.2.2017

J+S Tourenlager Kiental

Schneeschmöcker, Tagträumer, Sportskanonen, blutige Anfänger und erfahrene Schneehasen: All das war in unserer diesjährigen super Truppe enthalten. Gemeinsam machten wir uns bei Klängen von Radio BEO (Berner Oberland) auf, um die schönsten Gipfel zu erklimmen und den perfekten Powderhang zu suchen.

Schon am ersten Tag wagten wir uns die erste Bergflanke hinauf, um unser Tourenmaterial zu testen und uns auf die Woche einzustellen. Danach ging es jeden Tag auf einen anderen Berg. So blieben die Touren abwechslungsreich und spannend.

Trotz anfänglich schwierigen Verhältnissen bewiesen das Leitungsteam und unser Bergführer Rolf eine gute Nase. So konnten wir immer irgendwo ein schönes Tiefschneehänglein aufzuspüren. Je länger die Woche dauerte, desto besser spielte das Wetter mit und es gab sogar noch ein wenig Neuschnee.

Am Abend erwartete uns jeweils ein phänomenales Viergangmenü, das von den Kochgruppen herbeigezaubert wurde. Und egal wie viele Höhenmeter am  Tag bezwungen wurden, sass man nach dem Znacht noch zusammen und liess den Tag gemütlich mit Spielen oder Singen ausklingen.

Wir schauen zurück auf eine Woche voll schöner Erlebnisse, traumhaften Bergpanoramen, anspruchsvollen Abfahrten und mit vielen coolen Leuten. Manch einer konnte seine Grenzen ausloten und sicherlich etwas lernen.

Wir sehen uns nächstes Jahr!

Chihiro & Fürio

20.2.2016

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